Seit gut 30 Jahren lädt die SPD Feucht meist am Tag des Offenen Denkmals zu einem Historischen Spaziergang mit Hannes Schönfelder durch den Ortskern von Feucht ein. Das Interesse an diesem Spaziergang ist ungebrochen. Daher kam auch in diesem Jahr wieder eine stattliche Zahl von Teilnehmenden vor der Reichswaldhalle zusammen. Dazu gehörte auch Harald Danzl, der neue Feuchter Bürgermeister.
Die erste Station war der sogenannte Schlossbauernhof neben dem Pfinzingschloss. Dank des Einsatzes der Familie Wenzel bietet dieses auf das Jahr 1603zurückgehende Gebäude heute vier Generationen eine Heimat. Klaus-Dieter Wenzel, der früher als Architekt arbeitete, erläuterte sachkundig die Geschichte des Bauwerks und die Maßnahmen, die zum Erhalt waren erforderlich. Die wechselvolle Geschichte alter Gebäude war auch Thema bei der Besichtigung des Pfinzingschlosses, das der Markt Feucht gegen Ende der Amtszeit des früheren Bürgermeisters Paul Morath von der Familie Oberth erworben hatte. Unter Paul Morath kamen auch das große benachbarte Fachwerkhaus, das seitdem das Zeidelmuseum beherbergt und das Zeidlerschloss in den Besitz des Marktes. Damit stellte sich der Markt der Aufgabe, das Ortsbild prägende Bauwerke für die Nachwelt zu erhalten. Weitere Stationen des Spaziergangs waren die evangelische St. Jakobs-Kirche, die katholische Kirche Herz-Jesu und das Rathaus. In den beiden Kirchen wurde die Feuchter Kirchengeschichte lebendig. Wesentliche Ereignisse waren die 1525 in Feucht eingeführte Reformation und das Entstehen einer neuen katholischen Kirchengemeinde nach 1870 mit dem 1903 vollendeten Bau der Kirche in der Hauptstraße im Stil der Neo-Romanik. Beide Kirchen sowie das Rathaus wurden in der Nacht vom 10. August 1943 wie das Rathaus massiv von Bomben beeinträchtigt, Die evangelische Kirche wurde 1951 neu und kleiner als ihr zerstörter Vorgängerbau im Stil einer fränkischen Dorfkirche wieder aufgebaut. Das Rathaus, das bis zu der Bombennacht im August 1943 aus zwei Gebäuden mit separaten Eingängen bestand, erhielt ein neues Dach und einen Eingang. Am Beginn unseres Jahrhunderts wurde über seinen Innenhof ein Glasdach errichtet und so ein Atrium geschaffen, das vielfältig genutzt werden kann. Diese gelungene Erneuerung ist eines der vielen Beispiele, die zeigen, dass die Eigentümer historischer Bauwerke in jeder Zeit zu Investitionen herausgefordert sind, damit Vergangenes erhalten bleibt.
Hannes Schönfelder